Im Rahmen des diesjährigen Kulturprogramms lädt das Kloster und Schloss Willebadessen zur dritten großen Ausstellung in diesem Jahr ein. Gezeigt wird  eine außergewöhnliche und umfassende Photodokumentation  zusammengestellt von dem ehem. Landrat und Ortsheimatpfleger Heinrich Müller in den historischen Sälen des Schlosses, dem Kreuzgang und dem Obergeschoss.

Die über 220 ausgewählten Photos sind einzigartige Zeitdokumente und zum größten Teil noch nie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.  Schwerpunkte bilden u.a. eine umfangreiche Darstellung der Getreideernte von der Sense bis zum Mähdrescher, die Weide- und Milchwirtschaft, die Forstwirtschaft in unserer Region und der Anbau der Zuckerrüben in der Warburger Börde.

Die Erinnerungen vieler Menschen, die eine so rasante technische Entwicklung in der Land- und Forstwirtschaft seit den fünfziger Jahren bewusst miterlebt haben, ist zwiespältig.

So kennt die ältere Generation noch die  harte Arbeit, sich in der Gluthitze des Sommers den ganzen Tag auf dem Feld zu plagen. Diese Menschen, die schon als Kinder die schwere Landarbeit zu leisten hatten, sprechen auch nicht von einer guten alten Zeit.

Was aber positiv nachklingt war der Zusammenhalt der dörflichen Gemeinschaft, die Vertrautheit und ein selbstverständliches Miteinander.
Doch im Laufe der Jahre änderte sich allmählich das Dorfbild. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe schrumpfte immer mehr, die Handwerker schlossen ihre Werkstätten ab, der Lehrer die Schule und der Gastwirt den Zapfhahn. Die Spuren dieser Zeit sind schon fast verwischt.

 Mit dieser Ausstellung soll das alte Bild unserer Heimat wieder lebendig werden. ?Die Begeisterung  für diese Ausstellung hat auch die Verantwortlichen im Verein Stiftung Europäischer Skulpturenpark überzeugt?, so Petra Saggel vom Kloster Willebadessen, ?und wir freuen uns, in enger Zusammenarbeit mit Herrn Heinrich Müller diese Ausstellung der Öffentlichkeit zu präsentieren?.

Grundlage ist umfangreiches, bisher unveröffentlichtes Photomaterial von Prof. Dr. Ludwig Maasjost aus Paderborn, dem Vater der Neuenheerser Künstlerin Udalrike Hamelmann, die die Photos zur Verfügung gestellt hat. Ein besonderer Dank gilt den Sponsoren dieser Ausstellung, der Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung, der Volksbank Warburger Land und der Firma Meinolf Gockel aus Warburg, ohne deren Unterstützung diese Ausstellung nicht möglich gewesen wäre.

Aufgrund der geschichtlichen Entwicklung der Land- und Waldwirtschaft, der historischen Vergangenheit unsere Heimat und der Region soll diese Ausstellung in enger Zusammenarbeit mit den Schulen Geschichte lebendig werden lassen. Führungen für Schulklassen und Jugendgruppen werden kostenlos angeboten.

Zur Einstimmung auf das ?Landleben? tritt am Vorabend, den 01.09.2007, das ländliche Vorzeigekabarett die ?Präservative Liste? um 20.00 Uhr im Kloster und Schloss Willebadessen auf.

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung zum Tag des Offenen Denkmals und Hitgenheiermarkt in der Klosteranlage durch Herrn Heinrich Müller finden am 09.09.2007, jeweils um 11.30 Uhr und 14.30 Uhr statt.

Öffnungszeiten:
Freitag bis Sonntag und an Feiertagen 14 ? 18 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Das Café im Kloster ist während der Ausstellung geöffnet und lädt zu Kaffeespezialitäten und hausgemachtem Kuchen ein.
Führungen und Vorträge für Gruppen nach Vereinbarung auch außerhalb der  Öffnungszeiten
mit telefonischer Anmeldung: 

Stiftung Europäischer Skulpturenpark e.V., Klosterhof 2, 34439 Willebadessen, Tel. 05646/777, Fax. 05646/942077.

- hier: Download Eröffnungsrede Heinrich Müller
- hier: Download Plakat zur Ausstellung 

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Gerhard Wessel Malerei - Erinnerung zum 100. Geburtstag

Ausstellung
10. Juni 2007 - 26. August 2007

Nach dem erfolgreichen Ausstellungsstart mit der Ausstellung ?Sehlandschaften? des Meller Künstlers Hubert Manke in diesem Jahr wird im Kloster und Schloss Willebadessen eine umfassende Retrospektive des ostwestfälischen Malers Gerhard Wessel anlässlich seines 100. Geburtstages gezeigt.

Das Schaffen Gerhard Wessels als Maler mag den Menschen dieser Region noch durch eine Vielzahl von Bildern, die er in den Nachkriegsjahren bei den hiesigen Landwirten und Handwerkern gegen Lebensmittel und Materialien eintauschte, bekannt sein.

Von den im Familienbesitz befindlichen Bildern werden im Kloster und Schloss Willebadessen etwa 70 Bilder gezeigt. Sie umfassen eine Schaffenszeit von 1937 bis 1980.
Die Bilder aus den Kriegs- und Vorkriegsjahren stellen pommersche Landschaften und Personenbilder in dunklen Tönen, realistisch gemalt, dar. Sie entsprechen dem damaligen Zeitgeist. Diesen Bildern gegenüber können gegenstandslose Studien aus den siebziger Jahren betrachtet werden. 

Die Überwindung des politischen Einflusses auf das Kunstgeschehen in Deutschland wird aus seinen stark abstrakten, expressionistischen Arbeiten der Nachkriegszeit deutlich. In diesen Bildern knüpft Gerhard Wessel an die Vorbilder der Brückemaler an.
Mit Motiven aus dem dörflichen Milieu (Bäuerin im Bohnengarten, Frauen bei der Toilette, beim Fensterputzen oder bügeln, Besuch des Wanderzirkus) vermittelt er eine poetische Sicht auf den Alltag. Auch wenn er sich in dieser Zeit der Landschaft zuneigt, geht es ihm um das Auffangen von Stimmungen, ohne sich dabei je in Details zu verlieren. Seine Bilder zeichnen sich aus durch kraftvoll, spontan und zuweilen grob gesetzte Farben und Formen. Dennoch bleibt ihnen eine innere Harmonie eigen, die aber nie gefällig sein möchte.

Auf Texttafeln wird seine Biographie anschaulich dargestellt. Auszüge aus den von Gerhard Wessel geschriebenen Erinnerungen, die Bezug nehmen auf sein Leben in Gehrden und auf das Entstehen einzelner in der Ausstellung zu sehender Bilder werden zitiert.

Die Ausstellung wird am Sonntag, dem 10. Juni um 11:00 Uhr im Kloster Willebadessen offiziell eröffnet. Die Einführung hält der geistliche Studiendirektor Walter Klose.

Biografische Information:

Gerhard Wessel, am 7. 2. 1907, in Nieborze, Provinz Posen geboren, war von 1945 bis1956 in Gehrden, damals Kreis Warburg, als freischaffender Maler tätig.
Seine Vorfahren stammen aus Niederntudorf bei Paderborn.
Er studierte zunächst Landwirtschaft und führte bis 1936 und auch später während des Krieges das elterliche Gut in Pommern
1936 entschied er sich für den Malerberuf und hielt sich bis Kriegsausbruch zu Studienaufenthalten und zum Kunststudium in Düsseldorf, Rowe, Nidden und Weißenkirchen, Wachau auf.
1945, nach der Flucht aus Pommern, kehrte er in die Heimat seiner Vorfahren nach Ostwestfalen zurück.
Von 1956 bis 1974 war er als Kunsterzieher am Ernst Barlach Gymnasium Castrop- Rauxel tätig.
1975 ließ er sich in Neuenheerse nieder.
Am 21. 12. 1983 stirbt er in Bad Driburg.                                        

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Hubert Manke "Sehlandschaften" 

Vernissage
Malerei und Zeichnung vom 1.  April  ? 28.  Mai 2007


Der Künstler Hubert Manke aus Melle zeigt in dieser Ausstellung mit dem Titel ?Sehlandschaften? Bilder und Zeichnungen, in denen es nicht um die Abbildung realer, geografisch identifizierbarer Landschaften geht, sondern um figurative wie auch abstrahierende Kompositionen von Landschaftselementen. In ihnen finden Impressionen und Erlebnisse in der Konfrontation mit Natur und Landschaftsformationen ihren Niederschlag. Das künstlerische Interesse fokussiert sich nicht auf die realistische Wiedergabe von Vorhandenem, sondern auf die Darstellung subjektiver Wahrnehmungen.

Mankes Landschaften scheinen von menschlicher Zivilisation unberührt, wirken archaisch und ursprünglich, bringen eine untergründige, rätselhafte, fast mythische Dimension zum Vorschein. Der Betrachter sieht sich in eine Stimmung von Stille und Einsamkeit hineingenommen, die dazu einlädt,  eigene Naturerfahrungen zu vergegenwärtigen und Landschaft auf ursprüngliche Weise zu erleben. In diesem Sinne verstehen sich die Bilder als ?Sehlandschaften?. Dabei wird der Begriff ?Landschaft? weit gefasst: Nach Auffassung des Künstlers stellt jedes Bild, auch wenn keine direkten Landschaftsbezüge im engeren Sinne erkennbar sind, eine Einladung zu einer Entdeckungsreise dar.

In Mankes Ausstellung in Willebadessen werden neben Acryl- und Ölbildern auch Bleistift- und Farbstiftzeichnungen zu sehen sein. Lag bis vor wenigen Jahren der Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit auf grafischem Sektor, nimmt die Malerei gegenwärtig breiteren Raum ein. Die in der Ausstellung vertretene Malerei stammt überwiegend aus den Jahren 2005 bis 2007.

Die Ausstellung wird am Sonntag, dem 15. April, um 11:00 Uhr im Kloster Willebadessen offiziell eröffnet. Der Osnabrücker Schriftsteller Alfred Cordes liest eigene Texte, in denen er auf einzelne Bilder der Ausstellung Bezug nimmt. Für den musikalischen Rahmen sorgen die Sängerinnen Amei Kadauke (Sopran) und Barbara Manke (Alt), begleitet von Erika Bartels am Klavier.

Biografische Information:

Hubert Manke wurde 1948 in Osnabrück geboren. Nach dem Studium der Philosophie, Theologie und Germanistik in Frankfurt, Tübingen und Münster und Promotion arbeitet er seit 1978 als Gymnasiallehrer in Bielefeld. Er lebt in Melle bei Osnabrück.

Erfahrungen als Künstler gewann er durch Teilnahme an Workshops und bei zahlreichen Studienaufenthalten in Südfrankreich.

Seit 1997 zeigt er seine Arbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen. Im Sommer 2007 wird er in Carcès (Provence) ausstellen.

+++ hier: Download Notizen zur Ausstellung 
 
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